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Die UV-Durchlässigkeit von Glas – Fenster und UV-Schutz

Dringen UV-Strahlen durch Fenster eigentlich durch? Muss man sich dahinter schützen? Mit Sicherheit haben Sie sich diese Frage schon gestellt, und die Antwort lautet pauschal: Ja. Allerdings nicht alle Arten von UV-Strahlung und es kommt auch auf das Glas an.

Dass Glas UV-durchlässig ist, zeigt sich zum Beispiel, wenn die Sonne Pflanzen oder Kleidung hinter Vitrinen- und Fensterglas ausbleicht.

Warum also auch unsere Haut ohne einen zuverlässigen UV-Schutz durch ein Fenster hindurch Sonnenbrand erleiden kann, zumindest nach gewisser Zeit, und welches Glas die Strahlung absorbiert, erfahren Sie hier.


Wie UV-durchlässig ist Glas?

Sonnenlicht enthält neben seinem für uns sichtbaren Farbspektrum auch einen unsichtbaren Anteil (Wellenlängen von 200 bis 387 Nanometern [nm]), welches als ultraviolettes Licht (UV) bezeichnet wird. Die Durchlässigkeit (Transmission) in diesem Spektrum hängt von der Dicke und Zusammensetzung einer Glasscheibe ab und kann mit speziellen Geräten gemessen sowie klassifiziert werden.

Je nach Verwendungszweck kann der Mensch den Teil der UV-Strahlung durch Glas auch bewusst stark ausfallen lassen:

In einem Solarium ist eine hohe UV-Durchlässigkeit zum Beispiel gewollt, kann der Haut allerdings erheblichen Schaden zufügen. Die Gläser unserer Sonnenbrillen müssen UV-Strahlung wiederum abwehren, um das Auge zu schützen.

In einem Gewächshaus ist die Frage, wieviel Strahlung die dortigen Scheiben durchlassen, lebensnotwendig: Denn das gesunde und natürliche Wachstum von Pflanzen erfolgt nicht nur durch das Licht aus dem sichtbaren Spektrum der Sonnenstrahlung, sondern auch aus UV-Licht in mäßiger Konzentration.


Welche UV-Strahlen gibt es eigentlich?

Ultraviolette Strahlung tritt in drei verschiedenen Bereichen auf, die sich anhand ihrer Wellenlänge unterscheiden und verschiedene Auswirkungen auf Mensch und alles Leben haben. Man unterscheidet UVA-, UVB- und UVC-Strahlen (man findet ebenso die Schreibweise UV-A, UV-B oder UV-C).

UVC-Strahlen stellen dabei die kurzwelligste, energiereichste und somit gefährlichste Form dar, werden jedoch von der Ozonschicht abgefangen, bevor sie die Erdoberfläche erreichen. Hier ist der Mensch um seines eigenen Wohlergehens willen verantwortlich, sie zu erhalten. Anders verhält es sich bei den beiden anderen UV-Bereichen, die sowohl positive als auch negative Effekte auf uns haben können:

Die UVB-Strahlen der Sonne sind energiereich und wirken chemisch wie auch biologisch hochaktiv. Sie bewirken den beliebten Bräunungseffekt. Zusammen mit den langwelligen UVA-Strahlen sind sie außerdem essentiell für die Bildung von Vitamin D und wirken stimmungsaufhellend. So werden sie zum Beispiel bei der Lichttherapie eingesetzt, um Depressionen und einige Erkrankungen der Haut, z.B. Neurodermitis, zu heilen.

Bei zu hoher Belastung treten allerdings auch negative Auswirkungen auf: So entstehen Sonnenbrand und Hautkrebs sowohl durch hohe Mengen an Strahlen des Typen A als auch B. Deswegen lohnt es sich also zu prüfen, wieviel UV-Strahlung Ihre Fenster durchlassen oder abwehren, auch bei Autoscheiben.


Strahlungsart Wellenlänge in nm
UV-A 315 - 380
UV-B 280 - 315
UV-C 200 - 280

Verschiedene Transmissionswerte je nach Glasart

Welche Strahlen in welchem Maß durch Glas dringen, hängt von der Zusammensetzung des Glases ab, gerade, wenn spezielle Materialien hinzugefügt werden, um mehrere Scheiben miteinander zu verbinden. Abgesehen von „intelligentem“, selbsttönenden Glas kann man zwischen Flachglas/ Floatglas, Isolierglas und Sicherheitsglas unterscheiden.

Flachglas gilt als Basis für das, was wir als „normales Fensterglas“ einsetzen: Die Scheiben entstehen über einem Bad an flüssigem Zinn und filtern langwellige Lichtstrahlen kaum, lassen also hohe UV-A-Anteile durch.

Isolierglas ist hingegen dicker als herkömmliches Flachglas und besteht aus mindestens zwei Scheiben, die durch einen Randverbund in einem gewissen Abstand gehalten werden. Sicherheitsglas lässt sich wiederum in Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) und Verbund-Sicherheitsglas (VSG) unterteilen, wobei man durch letzteres deutlich besser geschützt wird:

Übersicht der UV-Durchlässigkeit von Glasarten

Glasart Eigenschaft
Flachglas / Floatglas (Fensterglas) hohe UV-Durchlässigkeit für UVA, UV-B weitestgehend absorbiert
Isolierglas weniger durchlässig als Flachglas
Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) ähnlich durchlässig wie Flachglas
Verbund-Sicherheitsglas (VSG) geringe UV-A Durchlässigkeit (2-4 %)

EXPERTENINTERVIEW

Experte
Vanja - Kundenbetreuung -



Ich habe Fenster an der Nordseite, was muss ich beachten? 

 

Auch die Nordseite Ihres Hauses wird von UV-Strahlen getroffen, da diese stark gestreut werden.

Falls Sie besonderen UV-Schutz benötigen, können Sie die Fenster an der Nordseite mit Verbundsicherheitsglas (VSG) ausstatten, da es eine UV-A Durchlässigkeit von 2-4 % hat.


Kann ich durch Glas braun werden?

Braun werden ist in erster Linie eine Abwehrreaktion des Körpers: Um ein tiefes Eindringen von UV-Strahlen zu verhindern, dunkelt sich die äußere Hautschicht ab. Verantwortlich dafür ist das Pigment Melanin. Besonders Eumelanin sorgt für eine tiefbraune Farbe. Dieses wird allerdings nur angeregt, wenn UVB-Strahlen an die Haut gelangen. Flachglas lässt zwar UVA-, aber kaum UVB-Strahlen durch.

UV-B-Strahlen stimulieren die Produktion von Pigmenten in der Hautoberfläche, UVA- Strahlen hingegen können die tieferliegenden Hautschichten schädigen, das dort befindliche Kollagen zerstören und somit Falten beschleunigen. Daher wird man hinter einer Glasscheibe nicht braun, die Haut kann dennoch geschädigt werden (in Form von vorzeitiger Hautalterung oder Sonnenallergie).

Je nach Zusammensetzung und Tönung einer Autoscheibe ist Vorsicht geboten, insbesondere bei Staus im Hochsommer: Während die Windschutzscheibe meist aus Verbundglas besteht, sind die hinteren nämlich meist nur aus ESG gebaut. Durch diese Gläser gelangen noch 0,02 % des UVB- und zum Teil bis zu 60% Prozent des UVA-Bereichs.

Es wurde festgestellt, dass die Strahlen bei Fernfahrern in Australien durch UV-durchlässiges Glas vermehrt zu schwarzem Hautkrebs führen, besonders wenn sie ihren Vorderarm lange auf die Kante legen. Dermatologen raten daher, sich bei starker Sonneneinstrahlung nach 30 Minuten Autofahrt zusätzlich zu schützen, zum Beispiel durch Kleidung, Sonnenspray oder-milch oder UV-absorbierende Folien. Sitzt ein kleines Kind hinter der Scheibe, sollte ohnehin ein UV-Schutz verwendet werden.


Folien als UV-Schutz

Um Sonnenbrand und weiterem Schaden durch die Strahlung durch einfaches Fensterglas vorzubeugen, empfiehlt sich ein Schutz, der auch langwellige Strahlen des Typs A auffängt – UVB sowieso. Sonnenschutzfolien sorgen dafür, dass das Licht außen reflektiert wird und der Innenraum nicht aufheizt.

Sie bieten oftmals einen Hitzeschutz in verschiedenen Stärken. Achten Sie bei Kauf auf einen integrierten UV-Schutz:

Bei einer Einfachverglasung bringen Sie die Folien innen an, bei Doppelverglasung innen und optional eine zweite Folie außen.

Der Nachteil ist: Die Lichtqualität nimmt durch Verfärbungen und Absorptionen der Folie ab und sie altern schnell, wiederum bleibt dem Fahrer trotz dunklerer Farbe die transparente Sicht erhalten. Für die hinteren Sitze im Auto ist ein Rollo empfehlenswert, bei extremer Strahlung im Stau kann man zur Not auch mal die Lampe einschalten.


Wie UV-durchlässig ist Plexiglas/ Acrylglas?

„Plexiglas“ (Marke des Herstellers Evonik) bzw. Acrylglas ist ein Kunstglas, das in seiner Beschaffenheit eher Kunststoff ähnelt. Daher absorbiert es UV-Licht bzw. -strahlen sehr gut und filtert sie in einem Wellenlängenbereich unter 300 nm, kann aber von manchen Herstellern so produziert werden, dass es zusätzlich auch den Bereich 300-400 nm „schluckt“.

Es gibt aber auch spezielle durchlässige Varianten, z.B. für den Einsatz in Solarien oder Terrarien. Auch für Gewächshäuser gibt es spezielles Kunstglas, das UV streut, um Pflanzen ein optimales Wachstum zu ermöglichen.

In anderen Fällen hingegen wünscht man explizit kein UV, z.B. bei einer Bildverglasung. Dafür gibt es Acrylglas mit 100% UV-Schutz.

Für Kunststoffrahmen oder -platten gilt: Polycarbonate sind thermoplastische Kunststoffstoffe. Sie sind UV-Licht-empfindlich in einem Wellenlängenbereich um 340 nm. Bei längerer Bestrahlung führt das zu Veränderungen im Polymermolekül, wodurch das Material spröde wird und mit der Zeit vergilbt.
Mithilfe von Lacken lässt sich allerdings eine Schutzschicht aufbringen, die die UV-Beständigkeit von Polycarbonat deutlich erhöht.


Was ist UV-Schutzglas?

So wie wir uns mit Sonnencreme schützen können, kann UV-Schutzglas unerwünschte UV-Strahlung fernhalten. Es ist insbesondere für Kunst, antike Möbel und Dokumente von Bedeutung, um den Alterungsprozess durch UV-Strahlung zu verhindern.

Dabei können normale Gläser bzw. Fenster genutzt werden, die mit einer speziellen Folie versehen werden. Museen, Kirchen, Bibliotheken, Verkaufsräume aber auch Privaträume mit hochwertigen Objekten nutzen diesen Schutz.


Falls sie besonderen UV-Schutz benötigen, sollten Sie auch die Fenster an der Nordseite Ihres Hauses berücksichtigen. Auch sie wird von UV-Strahlung getroffen, da sie stark streut.

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