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Zur DIN EN 12208 – Schlagregendichtheit von Fenstern und Türen

Fenster und Türen sehen sich hohen Belastungen und noch höheren Anforderungen ausgesetzt. Nicht nur, dass sie zu allen Zeiten eine energetisch optimale Bilanz durch ihre Fähigkeiten in der Wärmedämmung gewährleisten müssen, sie sind gleichzeitig auch für Einbruchschutz, Schallschutz und Dichtheit zuständig.

Besonders die Schlagregendichtheit ist ein Begriff, der im Zusammenhang mit Fenstern und Türen häufig fällt. Geregelt wird diese in der DIN EN 12208, die verschiedene Verfahren zur Prüfung angibt und die zulässigen Werte übersichtlich und transparent regelt.


Dichtheit durch technische Maßnahmen

Schlagregendichtheit nach DIN EN 12208 ist die Widerstandsfähigkeit eines Fensters oder einer Tür gegen das Eindringen von Feuchtigkeit.

Dabei genügt es jedoch nicht, lediglich gegen normalen Regen abgesichert zu sein. Auch die sog. Windlast spielt dabei eine wichtige Rolle.

Der Wärmeschutz steht naturgemäß mit der Schlagregendichtheit in Verbindung, denn wenn Bauteile nicht die notwendige Dichtheit aufweisen, kann sowohl Feuchtigkeit eindringen als auch Wärme bzw.

Energie nach außen entweichen. Die Konstruktion des Bauteils ist dabei von entscheidender Bedeutung und wird durch aufwendige Prüfverfahren getestet.

Die folgenden Elemente eines Fensters bzw. einer Tür stehen in engem baulichem Zusammenhang mit der Dichtheit nach DIN EN 12208:

  • Dichtung
  • Falz
  • Entwässerungsöffnung
  • Druckausgleichsöffnung

Während Dichtungen, Falzen und Entwässerungsöffnungen recht direkte Methoden zur Verbesserung der Dichtheit sind, ist die Druckausgleichsöffnung eine Konstruktion, ohne die andere Maßnahmen weitestgehend unwirksam wären.

Da in der Theorie pro 100 Pascal (Pa) Druckunterschied ein Steigraum von 1 cm an der Konstruktion zur Verfügung stehen müsste, würde das Wasser, wenn es am Bauteil zu hoch steigt, trotz aller Sicherungen in Fenster oder Tür eindringen. Nur dank einer Druckausgleichsöffnung, die den Druckunterschied zwischen Falz und Außenklima reduziert, wird der Effekt des Abfließens zufriedenstellend erreicht. All diese Maßnahmen werden gemäß der Vorgaben in der DIN EN 12208 gewissenhaft geprüft.

Trotz gewissenhafter Prüfungen der Bauteile im Vorfeld der Montage sollten die genannten Elemente auch nach dem Einbau stets pfleglich behandelt werden. Bei der regelmäßigen Wartung und Pflege von Fenstern und Türen gilt es daher, keinesfalls die Rahmen zu vernachlässigen.

Durch unsachgemäße Wartung oder zu scharfe Reinigungsmittel können poröse Dichtungen entstehen und somit Wärmedämmung und Schlagregendichtheit trotz einer erfolgten Prüfung nach DIN EN 12208 empfindlich beeinflussen.


Prüfverfahren nach DIN EN 12208

Schlagregen ist eine Kombination aus Wind und Regen, die auf das Bauteil treffen. Um die geforderte Produktnorm nach DIN EN 12208 zu erreichen, müssen diese Bauteile daher hohe Anforderungen erfüllen

Da der Druck, den der Regen mit Hilfe des Windes aufbaut, der entscheidende Faktor bei der Bewertung des Schlagregens ist, wird dieser mit der Einheit Pascal gemessen.

Die Windlast – also der Druck, der durch den Wind aufgebaut wird – wird in neun Stufen von 0 bis 600 Pa aufgeteilt, während die DIN EN 12208 zwei verschiedene Verfahren zum Einbau der Bauteile in Anlehnung an die Windlasteinstufung vorsieht.

Einbauverfahren nach DIN EN 12208 Bedeutung
Verfahren A Bauteile ohne baulichen Schutz. Fenster und Türen sind der Witterung schutzlos ausgesetzt.
Verfahren B Bauteile mit baulichem Schutz. Hierzu zählen u.a. Vordächer, tiefe Laibungen oder Balkone.

Für die Prüfung nach DIN EN 12208 werden die Bauelemente nun unter bestimmten Druckvoraussetzungen mit Wasser besprüht. Der sog. Prüfdruck wird dabei in der folgenden Abstufung erhöht, die gleichzeitig der Aufstellung der neun Windlast-Stufen entspricht:

  • 0 Pa
  • 50 Pa
  • 100 Pa
  • 150 Pa
  • 200 Pa
  • 250 Pa
  • 300 Pa
  • 450 Pa
  • 600 Pa

Der Prüfdruck wird dabei immer in einer ­– tabellarisch innerhalb der DIN EN 12208 vorgegebenen – Zeit auf das entsprechende Bauteil ausgeübt. Auf diese Weise ist gesichert, dass die Schlagregendichtheit für jedes auf diese Weise geprüfte Fenster und jede Tür gewährleistet ist, egal, ob schützende Bauten installiert sind oder nicht.

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