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Selbstständiges Einbauen der Nebeneingangstür

Das Einbauen einer Nebeneingangstür kann auch selbstständig – also ohne Handwerker gelingen – denn teure Spezialwerkzeuge oder besondere Fähigkeiten sind nicht notwendig. Wichtig ist jedoch ein konzentriertes und geplantes Arbeiten, denn das Gesamtsystem "Nebeneingangstür" kann die vom Hersteller gemachten Angaben zur Wärmedämmung und andere Eigenschaften nur dann einhalten, wenn das Türsystem korrekt verbaut ist.

Eine ausführliche Anleitung für das Einbauen einer Nebeneingangstür ist also unerlässlich für einen reibungslosen Ablauf.


Materialliste

  • Bauschaum
  • Unterlegscheiben
  • Dampfdiffusionsoffene Folie oder trioplex-Dichtungsband (alternativ Kompriband)
  • Türrahmenschrauben
  • Dampfdichte Folie
  • Acryl / Silikon

Werkzeugliste

  • Bauschaumpistole
  • Wasserwaage
  • Stein- oder Holzbohrer (6er)
  • Maßband
  • Bohrmaschine
  • Schlagbohrmaschine bzw. Schlagschrauber

Damit das Mauerwerk optimal vorbereitet ist und Kleber, Bauschaum oder Bodenschiene die Nebeneingangstür ideal abdichten können, sollte auch ein Staubsauger bereitgehalten werden, um alten Putz oder Kleberückstände sofort entfernen zu können.


1. Vorbereitung der Montage

Das meist als Einheit ausgelieferte Türsystem, bestehend aus Türblatt und Blendrahmen sowie diversem Zubehör, sollte vor dem eigentlichen Einbauen zusammen mit dem benötigten Werkzeug möglichst strukturiert ausgelegt werden. Um die modernen Nebeneingangstüren aus Kunststoff, Holz oder Aluminium möglichst kraftsparend einbauen zu können, wird das Türblatt im Vorfeld aus dem Blendrahmen herausgehoben.

a) Das Türblatt aushängen

Das Demontieren des Türblatts einer modernen Nebeneingangstür kann im Allgemeinen ohne Hilfe bewerkstelligt werden. Mit einer helfenden Hand gelingt das Herausheben allerdings einfacher und schneller – darüber hinaus sinkt die Gefahr, Beschädigungen an der Tür zu verursachen. Besonders leicht geht das Aushängen vonstatten, indem man die Nebeneingangstür so weit öffnet, dass das Türblatt im 90° Winkel zum Blendrahmen steht. Wird es weg vom Blendrahmen gekippt, löst sich das Bandunterteil des Rahmens annähernd selbstständig aus dem Bandoberteil des Türblattes (Abb. 1).

b) Vorbereitungen und benötigtes Material zum Einbauen der Tür

Oft wird eine Nebeneingangstür mit Schutzfolien und Abdeckungen ausgeliefert. Die Folien können großflächig kleben bleiben, um Beschädigungen beim Einbauen zu vermeiden. An der Außenseite des Rahmens sollten sie jedoch unbedingt abgenommen werden. Die übrigen Folien sollten spätestens drei Monate nach der Anlieferung, besser aber direkt nach dem Einbauen, komplett entfernt werden, da die im Kleber enthaltenen Bindemittel dauerhafte Rückstände an der Nebeneingangstür bilden können. Gerade, um den Blendrahmen einer Nebeneingangstür ideal einpassen zu können, sind für das Einbauen einige, häufig nicht im Lieferumfang enthaltene Materialien notwendig (Abb. 2).

2. Isolation des Blendrahmens

Bevor man den Rahmen einbauen kann, muss er für eine von drei Isolationsarten vorbereitet werden. Es gibt drei Ebenen, auf denen die Nebeneingangstür abgedichtet werden kann.

  • Zum einen kann eine Isolationsschicht an der innenliegenden Seite des Rahmens angebracht werden. Diese Isolation trennt das Außen- vom Raumklima. Das bedeutet, dass sie dampfdiffusionsdicht sein muss, also die Ausbreitung von Wasserdampf verhindern soll. Hierfür wird eine dampfdichte Folie oder eine Acrylverfugung verwendet (Abb. 3a).
  • Die mittlere Abdichtungsebene liegt zwischen Türrahmen und Wand. In diesen Zwischenraum sollte wärmedämmendes Material wie 1-Komponenten-PU-Schaum oder Stopfmaterial wie Mineralfaserbaustoffe eingebracht werden (Abb. 3b).
  • Die äußere Ebene stellt die Wetterschutzebene dar. Die hier angebrachte Isolation muss für einen langen Zeitraum dampfdiffundierend und schlagregendicht sein. Das kann mit speziellen dampfdiffundierenden Folien oder Dichtungsband geschehen. Abgedichtet werden kann die Fuge aber auch nach dem Einbauen mit Silikon (Abb. 3c).

Da bei Arbeiten mit Bauschaum und Kleber oft Verunreinigungen entstehen, empfiehlt es sich darüber hinaus, einen Eimer mit Wasser sowie einen Lappen bereit zu halten.


3. Einsetzen des Rahmens

Nach der Vorbereitung kann man den Rahmen in die Laibungsöffnung einbauen. Das Ausrichten des Türrahmens mit einer Wasserwaage ist wohl der wichtigste Schritt für eine perfekt sitzende Nebeneingangstür. Denn fällt der Rahmen zu einer Seite, schließt oder öffnet sich das Türblatt nach dem Einbauen selbstständig.

Den korrekten Sitz erreicht man durch die Ausrichtung mittels Unterlegscheiben, Holzkeilen oder kleinen Druckkissen, die millimetergenau per Hand aufgepumpt werden können. Die Ausrichtung sollte an allen Seiten mit der Wasserwaage kontrolliert werden.

4. Befestigen des Türrahmens

Um den Rahmen in seiner endgültigen Position zu halten, wird er im Mauerwerk verschraubt. Sollten die dafür notwendigen Löcher bereits in den Rahmen gebohrt sein, muss nur noch die Laibung an den entsprechenden Stellen vorgebohrt werden. Sind die Löcher noch nicht vorhanden, werden die Befestigungslöcher folgendermaßen verteilt:

  • An der oberen Querverstrebung markiert der Heimwerker zwei Löcher in gleichmäßigem Abstand zu sich und der Rahmenkante.
  • Ebenfalls in gleichem Abstand zueinander werden an der Bandseite der Nebeneingangstür vier Löcher gebohrt.
  • An der Schließseite müssen die untere und die obere Schraube in der gleichen Höhe wie die Schrauben auf der Bandseite sitzen.
  • Die beiden inneren Schrauben sind wiederum kurz oberhalb und leicht unterhalb des Verschlusssystems verortet.

Nach dem Vorbohren des Rahmens sollten auch die nötigen Löcher in die Laibung gebohrt werden – die eben geschaffenen Löcher im Türrahmen können hierzu gewissermaßen als Schablone genutzt werden, um ein bündiges Ergebnis zu erzielen. Der Rahmen kann dann im Mauerwerk verschraubt werden (Abb. 4).


Die Schrauben sollten bündig abschließen und den Rahmen nicht auf die, beim Einbauen eingebrachten Unterlegscheiben und Holzklötze pressen, um ein Verziehen nach Entnahme der Platzhalter zu verhindern.


5. Abdichten und Ausschäumen der Zwischenräume

Nachdem alle Schrauben angebracht sind, wird mit der Wasserwaage der Sitz der Nebeneingangstür kontrolliert. Danach können die Zwischenräume zwischen Rahmen und Laibung mit Bauschaum befüllt werden.

  • Der Schaum wird zunächst vorsichtig dosiert an den Ecken und Kanten, dann über alle Seiten komplett eingespritzt. Hier sollte beachtet werden, dass nicht zu viel Schaum eingefüllt wird und der Schaum ausgetrocknet ist, bevor die Platzhalter entfernt werden, um das Verziehen des Rahmens nach dem Einbauen zu vermeiden (Abb. 5a).
  • Sobald der Schaum ausgehärtet ist, kann die Nebeneingangstür von innen und außen abgedichtet werden. Dies kann durch Abdeckleisten geschehen oder mit Silikon und Acryl (Abb. 5b).
  • Um die Dichtmittel anbringen bzw. auftragen zu können, wird überstehender Bauschaum mit einem Messer entfernt. Danach können entweder Seitenverblendungen angebracht und angeklebt oder die bestehenden Fugen mit Acryl verfugt werden. Für Fugen, die stehendem Wasser ausgesetzt sein könnten, empfiehlt sich das Abdichten mit Silikon (Abb. 5c).

Acryl kann nach dem Aufbringen mit einem Wasser-Spülmittel-Gemisch besprüht werden, um es dann mit dem Finger in die Fuge zu drücken. Um überflüssige Isolationsschichtreste zu entfernen, wird ein Glättespachtel verwendet.


6. Einbau des Türflügels

Dieser Schritt geht am leichtesten mit einem zweitem Paar Hände vonstatten. Zum Einbauen muss der Flügel der Nebeneingangstür mittig zum Rahmen gesetzt werden. Danach kann man den Türflügel parallel zum Rahmen einbauen (Abb. 6). Sitzt er in den Bändern, werden die Sicherungsstifte eingesetzt. Nun sollte der Sitz der Tür geprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Auch zum Einstellen der Nebeneingangstür bietet fensterversand.com hilfreiche Tipps.

Wurden alle Schritte gewissenhaft durchgeführt und das Türblatt ideal angepasst, ist das Einbauen der Nebeneingangstür abgeschlossen und sie schützt sicher vor Witterungseinflüssen und eventuellen Einbruchversuchen.

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