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Pressemitteilung vom 08.12.2006

Fensterabsatz steigt um 8 Prozent in 2006

Fenster- und Türenbranche. Nach zehnjähriger Talfahrt erwarten die deutschen Fensterhersteller für 2006 erstmals wieder ein Absatzplus. Der Zuwachs von 8 Prozent übertrifft aufgrund von einmaligen Sondereffekten alle bisherigen Erwartungen. Für 2007 wird dann ohne diese Effekte ein Wachstum von 2,1 Prozent prognostiziert. So das Ergebnis der aktuellen Marktstudie der vier führenden Branchenverbände.

Die baunahe Branche mit ihren 8.700 Fensterbetrieben und ihren rund 15.000 Fachbetrieben für Bauelemente wächst in diesem Jahr etwa doppelt so stark wie Bauindustrie. Im Fenstermarkt wird nur das Mengenwachstum gemessen. Beim Umsatz dürfte aufgrund der Erhöhungen der Rohstoffpreise das Wachstum noch über acht Prozent liegen. Diese enormen Preissteigerungen der Vormaterialien sind aber bisher erst teilweise in die Fertigprodukte eingeflossen.

Nach zehn harten Jahren können die Fenster- und Haustürenhersteller endlich wieder aufatmen. Um ein realistischeres Bild zu gewinnen, muss man allerdings Sondereffekte wie den Wegfall der Eigenheimzulage herausrechnen. Das spiegelt sich auch in den geringeren Erwartungen für 2007. Im Auftrag des Bundesverbands Flachglas, des Fachverbands Schloss- und Beschlagindustrie, des Industrieverbandes Pro-K sowie des Verbands der Fenster- und Fassadenhersteller hat das Marktforschungsinstitut Heinze die neuen Zahlen in einer aktuelle Marktstudie erhoben. "Wir berücksichtigen auch die Marktstudien der Vorlieferanten aus den Bereichen Glas, Rahmensysteme und Beschlag. Das verbessert die Qualität unserer gemeinsamen Prognose erheblich", so Werner Hülsken, stellvertretender Geschäftsführer des Fachverbandes Schloss- und Beschlagindustrie e.V.

Der Fenstermarkt wird 2006 gegenüber dem letzten Jahr von 11,6 auf 12,5 Millionen Fenstereinheiten zulegen. Eine Fenstereinheit entspricht dabei 1,69 Quadratmetern. Im Jahr 2005 war der Absatz noch um 8,2 Prozent gesunken. „Neben dem gewerblichen Bau stützt sich das Wachstum in diesem Jahr auf die gute Entwicklung im Wohnbau und hier vor allem im Renovierungsmarkt, bei denen sich die Sondereffekte am deutlichsten auswirken. Dazu gehören neben dem Wegfall der Eigenheimzulage auch der überraschend hohe Zugriff auf die Modernisierungs- und Sanierungskredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie der Steuerbonus für die Abzugsfähigkeit der Handwerkerrechnung", erklärte Rüdiger Graap, Geschäftsführer Bundesverband Flachglas. "Angesichts extrem steigender Energiepreise werden die Energiespareffekte durch den Austausch alter gegen neue Fenster in diesem Jahr mehr denn je genutzt. Hier zeigt sich im Bewusstsein der Wohnungsbesitzer, dass Fenster mit modernem Wärmedamm-Glas einen sehr wichtigen Beitrag zur Energieeinsparung am Gebäude leisten.“

Für den Wohnbau wird für 2006 ein Zuwachs von 9,7 Prozent erwartet, während der Nichtwohnbau voraussichtlich um 4,6 Prozent wächst. Der Renovierungsmarkt wächst 2006 um 9,9 Prozent, der Neubau um dagegen um 5,4 Prozent. Für all diese Bereiche des Marktes waren die Vorjahrszahlen noch negativ. Im Jahr 2007 wird der Wirtschaftsbau neben der Renovierung die treibende Rolle für die weiterhin positive Branchenentwicklung sein. Bei den Rahmenmaterialien für Fenster lassen sich für 2006 und 2007 lediglich Trends erkennen. So wird Kunststoff in diesem Jahr über dem Durchschnitt zunehmen, Holz liegt etwa im Gesamttrend, während Aluminium zurückbleibt. Dies dürfte sich schon im nächsten Jahr wieder ändern, wenn sich das stärkere Wachstum des Nichtwohnbaus mit seinen höheren Anteilen von Metallfenstern und -fassaden auswirkt. 2007 wird deshalb der Aluminium-Anteil voraussichtlich überdurchschnittlich steigen.

Im Haustürenmarkt ist das Wachstum im Vergleich zum Fenstermarkt weniger ausgeprägt. Auch müssen die Zahlen für 2006 und 2007 zusammen betrachtet werden. In 2005 wurden 1,13 Millionen Türen gebaut. Für 2006 wird ein Wachstum im Korridor von 4 bis 5 Prozent erwartet, in 2007 von 1,3 bis 2,5 Prozent. Dieser Entwicklung folgen alle Rahmenmaterialien.

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