Pressemitteilung vom 30.03.2009
Energetische Modernisierung von Schulen beginnt – großer Nachholbedarf bei Fenstern und Fassaden
Frankfurt. Auf Deutschlands Fenster- und Fassadenbauer kommt spätestens in den Sommerferien viel Arbeit zu. Denn jetzt beginnt die energetische Modernisierung von Schulen, Kindergärten und anderen Gebäuden der Städte und Gemeinden. Rund 10 Milliarden Euro steuert der Bund aus dem Konjunkturpaket II zu einem kommunalen Investitionsprogramm bei. „Kein Fensterbaubetrieb sollte in diesem Jahr einen längeren Urlaub einplanen, denn der Nachholbedarf ist allein bei den maroden Schulfassaden riesig“, sagt der Geschäftsführer des Verbandes der Fenster- und Fassadenhersteller (VFF), Ulrich Tschorn.
Aus dem Konjunkturpaket sollen allein 6,5 Milliarden Euro aus Bundesmitteln in den Ausbau von Kindergärten, Schulen und Hochschulen fließen, die übrigen 3,5 Milliarden Euro sind für Krankenhäuser, Verwaltungsgebäude und andere städtebauliche Vorhaben bestimmt. Zusammen mit dem Beitrag der Länder stehen den rund 12.000 Kommunen in Deutschland insgesamt sogar mehr als 13 Milliarden Euro für Investitionen zur Verfügung.
“Um alle Schulen mit Energie sparenden Fenstern und Fassaden auszustatten, reicht diese Summe bei weitem nicht aus, denn in vielen Städten und Gemeinden wurde über Jahrzehnte hinweg zu wenig in die Bildungsinfrastruktur investiert“, sagt Tschorn.
Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Urbanistik beläuft sich der Neubau-, Erweiterungs- und Modernisierungsbedarf für Schulen bis zum Jahr 2020 auf 73 Milliarden Euro. Mit dem Geld aus dem Konjunkturpaket können Städte und Gemeinden in den kommenden zwei Jahren zumindest den akuten Investitionsstau verringern, den das Deutsche Institut für Urbanistik allein bei den Schulen auf 6 Milliarden Euro beziffert. „Ein Großteil dieser Summe entfällt auf die energetische Ertüchtigung der maroden Gebäude“, sagt VFF-Geschäftsführer Tschorn.
„Mehr als die Hälfte der 44.000 deutschen Schulen ist mit völlig veralteten Fenstern ausgestattet, deren Austausch sich wirtschaftlich und ökologisch auszahlen würde“, so Tschorn. Bei einer mittleren Schulgröße von 4.000 Quadratmetern ließen sich durch den Einbau von Wärmedämmfenstern auf dem heutigen Stand der Technik mehr als 395 Millionen Kubikmeter Erdgas pro Jahr einsparen. Das entspricht bei einem Gaspreis von 80 Cent je Kubikmeter pro Jahr einem Gegenwert von etwa 316 Millionen Euro oder rund 8.000 Euro pro mit veralteten Fenstern von vor 1995 ausgestatteter Schule.
Insgesamt gibt es rund 340 Millionen veralteter Fenster in Deutschland, davon sogar noch rund 30 Millionen mit einer energetisch völlig indiskutablen Einfachverglasung. Allein diese Energieverschwender auszutauschen, würde rechnerisch rund 1,5 Milliarden Liter Heizöl pro Jahr einsparen, was dem Energieverbrauch einer Großstadt entspricht. Deshalb mit der Modernisierung der Heizung zu beginnen, macht allerdings keinen Sinn: Moderne Fenster sind doppelt so leistungsfähig wie alte Verbundfenster oder unbeschichtete Isolierglasfenster und um das fünffache besser, als einfachverglaste Fenster. Sind also die Fenster neu, kann auch die Heizungsanlage kleiner dimensioniert werden.
Die Fensterbranche will sich aus diesen Gründen als Partner der kommunalen Entscheidungsträger anbieten und sie davon überzeugen, die Mittel des Konjunkturpakets schnell in energetische Modernisierungen von Bildungseinrichtungen zu investieren.
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